Unsere Position zum landesweiten Semesterticket

Im Januar haben sich die Studierenden der CAU mit knapper Mehrheit für die Einführung des landesweiten Semestertickets zu einem voraussichtlichen Endpreis von 148,40 € pro Semester entschieden. Diesen Beschluss wollen wir als Juso-HSG selbstverständlich weiterhin umsetzen.

Ende letzter Woche mussten wir feststellen, dass die Verkehrsbetriebe den Vertragsentwurf kurzfristig einseitig geändert hatten. Diesen Änderungen hätte das StuPa bereits am Montag zustimmen sollen. Bis dahin bestand weder genügend Zeit, den geänderten Vertrag gründlich durchzugehen und die Änderungen zu bewerten, noch die Studis transparent in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen. Zurecht lässt deshalb auch die Geschäftsordnung des StuPas eine solche Übergehung der Beteiligungsmöglichkeiten seiner Mitglieder nicht zu. Deshalb wurde die Entscheidung auf kommenden Montag vertagt.

Bei Betrachtung des neuen Entwurfs mussten wir feststellen: Es haben sich wesentliche Änderungen zum Nachteil der Studis ergeben. Insbesondere hat sich der voraussichtliche Endpreis um 5,35 € pro Semester erhöht; das sind mehr als eine Viertelmillion € pro Jahr allein für die Studis der CAU! Diese Änderung wirkt sich – auch nach Aussage der Nah.sh auf der letzten Stupa-Sitzung – erhöhend auf den tatsächlichen Endpreis aus und hat nicht nur kalkulatorischen Charakter. Nachdem seit Monaten immer wieder behauptet wurde, der Preis stünde fest, sind wir davon mehr als irritiert.

Deshalb muss jetzt auch die Position des StuPas klar sein: So nicht! Das lassen wir nicht mit uns machen! Wir haben uns (mit knapper Mehrheit) für ein Ticket zu einem Preis von 148,40 € ausgesprochen; dazu ein solches einzuführen, sind wir weiterhin bereit. Eine solche Erhöhung schon vor Einführung darf es aber nicht geben. Wenn überhaupt muss dann der Preis insgesamt wieder zur Disposition gestellt werden; dann dürfen sich jedoch nicht nur Fehlkalkulationen zulasten der Studis auswirken, sondern muss gleiches für solche gelten, von denen wir profitieren! So werden uns beispielsweise aktuell die Vertriebskosten faktisch doppelt in Rechnung gestellt. Einmal enthält der von einem Studi durchschnittlich in Schleswig-Holstein verfahrene Ticketpreis schon Nebenkosten für Vertrieb und Erhebungen. Zu diesem als Berechnungsgrundlage herangezogenen Durchschnittsbetrag kommen mit dem Landesweiten Semesterticket noch zusätzliche Beträge für Vertrieb und Erhebungen. Das hat zur Konsequenz, dass die Studis aufgrund der zusätzlich anfallenden Nebenkosten mit dem Landesweiten Semesterticket im Jahr etwa knappe halbe Million Euro mehr zahlen müssen, als ohne. Diese knappe halbe Million Euro muss mehr gezahlt werden, ohne dass mehr gefahren wird. Wird von den Studis auch noch mehr gefahren, erhöht sich der Ticketpreis noch zusätzlich. Hinzu kommt, dass die Kieler Studis im Verhältnis zum durchschnittlichen Studi in Schleswig-Holstein bisher deutlich geringere Ausgaben für den öffentlichen Nahverkehr hatten. Da für den Ticketpreis aber die Ausgaben eines durchschnittlichen schleswig-holsteinischen Studis herangezogen werden, zahlen die Kieler Studis mit dem Landesweiten Semesterticket hier ebenfalls mehr als eine halbe Million Euro zusätzlich, als ohne Landesweiten Semesterticket bei gleichem Fahrverhalten. Dementsprechend bedeutet das Landesweite Semesterticket mit den neuen Konditionen eine Million Euro Mehrkosten für die Kieler Studis und dafür einen Mehrnutzen zu bekommen, da darüberhinausgehende Fahrten zusätzlich berechnet werden.

Für uns gilt also: Semesterticket ja, aber nur so, wie wir es im Januar beschlossen haben!

 

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